Das PROGNOST®-Predictor System arbeitet mit einem innovativen Analyseverfahren, der Confidence-Analyse. Die Confidence-Analyse ist eine Mustererkennungstechnik, welche die Ähnlichkeit der gemessenen Spitzen zu den erwarteten Fehlerspitzen quantifiziert. Die Confidence lässt darauf schließen, ob eine Messung tatsächlich einen echten Fehler oder eine Beschädigung wiedergibt. Eine niedrige Confidence bedeutet sehr wahrscheinlich, dass der betreffende Fehler nicht vorliegt. Bei einer hohen Confidence ist es hingegen wahrscheinlich, dass der angezeigte Fehler real ist. Die Ergebnisse von Signaturberechnung und Confidence-Analyse werden in einem Confidence-Diagramm dargestellt.

Das Diagramm ist ein Datamining-Tool zur Identifizierung von Fehlalarmen sowie von vorhandenen Fehlern, die noch einen Gut-Status haben (falsch-positive Ergebnisse). Die Signaturamplitude wird relativ zu den Grenzwerten normalisiert und wird auf der senkrechten Ache dargestellt, die Confidence auf der waagerechten (folgende Abbildung). Im Diagramm werden die aktuellsten Werte für Amplitude/Confidence der einzelnen Signaturen in der Datenbank dargestellt. Dieses Diagramm zeigt übersichtlich, ob eine zu überprüfende Signatur vorliegt und ob die Amplitude größer als normaler ist, was auf eine entstehende Bauteilstörung hinweist.

Confidence Analysis

Die Signaturpunkte sind entweder schwarz oder als blauer Kreis dargestellt. Wenn das betreffende Bauteil zur Watch List hinzugefügt wurde, ist der Punkt schwarz (steht für ein Bauteil, das noch vom Anwender beobachtet wird). Blaue Kreise stehen für Bauteile, die nach dem folgenden Vier-Ecken-Prinzip überprüft werden müssen.

Die vier Ecken des Streudiagramms stehen für verschiedene mögliche Situationen.

Punkte in der linken unteren Ecke stehen für Signaturen mit geringer Amplitude in Relation zu den Warnschwellen und geringer Confidence. Diese Signaturen befinden sich im Gut-Status.

Die rechte untere Ecke enthält Signaturen mit geringer Amplitude in Relation zu den Warnschwellen, jedoch mit hoher Confidence. Bei diesen Punkten handelt es sich um Ergebnisse, die sofortige Aufmerksamkeit erfordern und wahrscheinlich zu hoch angesetzte Warnschwellen haben. Bei diesen Signaturen würde – sofern sie nicht bearbeitet werden – in einem typischen Überwachungssystem kein Alarm ausgelöst, da die Warnschwellen zu hoch eingestellt sind; so käme es trotz Fehlersignatur nicht zu einem Alarm. Der Anwender muss diese Punkte entsprechend analysieren und die Warnschwellen so anpassen, dass der entstehende Fehler erkannt wird.

In der linken oberen Ecke befinden sich Signaturen mit hoher Amplitude in Relation zu den Warnschwellen, jedoch mit geringer Confidence. Diese Punkte sind Fehlalarme, die beobachtet werden müssen und deren Warnschwellen möglicherweise hochgesetzt werden müssen.

Die obere rechte Ecke enthält Signaturen mit hoher Amplitude in Relation zu den Warnschwellen und hoher Confidence. Diese Signaturen müssen sorgfältig bearbeitet werden, um außerplanmäßigen Maschinenausfällen vorzubeugen. Sie zeigen tatsächliche Bauteilfehler an.

Das Streudiagramm ist in die Alarmbereiche Warnung, Störung und Alarm unterteilt. Der Anwender kann zusätzliche informative Bereiche definieren. Für jeden Trend werden Signaturamplitude und Confidence berechnet. Wenn das neue Datenpaar in einen der festgelegten Bereiche fällt, wird dem Trend der betreffende Status zugewiesen.
Wenn Sie mit dem Cursor über einen Punkt im Streudiagramm fahren, erscheint ein Pop-up-Menü mit Informationen zu diesem Punkt. Durch Doppelklicken bei geöffnetem Pop-up-Menü wird der ausgewählte Punkt in eine Liste auf der rechten Seite aufgenommen. So lassen sich bequem wichtige Punkte für die Analyse speichern.

Wälzlagersignaturen gelten als emergente oder sich herausbildende Signaturen, da die Spektrallinien bei gutem Zustand des Lagers nicht vorhanden sind und sich erst mit der Entwicklung eines Fehlers aus dem Spektrum herausbilden. Einige andere Signaturen, etwa für Unwucht oder Zahneingriff, sind persistente oder dauerhafte Signaturen, da die entsprechenden Spektrallinien auch bei akzeptablem Zustand des Bauteils vorhanden sind. Die beiden Signaturklassen werden in separaten Streudiagrammen dargestellt, die oben unterhalb der Kopfzeile ausgewählt werden können. Andere Signaturen wie Temperaturen sind direkte Signaturen ohne Confidence-Analyse.